Mut zur Veränderung - Rückblick auf den Landesverbandstag

 

Am 03.07.2022 fand im Pullman Hotel Stuttgart Fontana auf Grund der Corona-Beschränkungen im vergangenen Herbst ein halbes Jahr später als geplant der ordentliche Landesverbandstag statt.

 

Neben der Ministerin der Justiz und für Migration Marion Gentges, MdL fanden auch die eingeladenen Abgeordneten der im Landtag vertretenen Parteien den Weg nach Stuttgart-Vaihingen.

 

Der diesjährige Landesverbandstag stand unter dem Motto „Mut zur Veränderung“; unser Arbeitstag wird sich mit Einführung der E-Akte in den kommenden Jahren sehr stark verändern. Insbesondere wird derzeit seitens der Landesjustizverwaltung, auf Grund der Erwähnung im Bericht des baden-württembergischen Landesbeauftragten für den Datenschutz und die Informationsfreiheit (LfDI) eine Einbindung ins Landesnetz geprüft.

 

In seiner Rede zeigte Rüdiger Majewski möglichen Alternativen zu einer Migration ins Landesnetz auf, ging auf die aktuelle Belastung ein und kritisierte die Vorgehensweise der beiden Oberlandesgerichte im Hinblick auf die ausstehenden Beurteilungen und Beförderungen. Ebenso beanstandete er den Umgang mit den Absolventen des Studienganges, welche nicht in den Gerichtsvollzieherdienst übernommen wurden.

 

Danach stellte Frau Ministerin Gentges die Sicht Ihres Hauses auf die verschiedensten Probleme im Gerichtsvollzieherbereich dar und erklärte, dass es nach wie vor schwierig ist, eine Nachqualifizierung für den mittleren Gerichtsvollzieherdienst zu garantieren. Im Übrigen gehe sie davon aus, dass auf Grund des Vier-Säulen-Modells die Nachfrage hierfür eher gering sein wird. Im Anschluss an ihre Rede hat sie den beiden langjährigen Funktionären Rüdiger Majewski und Reinhard Roschka ein kleines Präsent überreicht:

Im Anschluss daran zeigte uns der Festredner Prof. Dr. Christoph Sorge, Rechtsinformatiker der Universität des Saarlands, in seinem Vortrag, dass es nicht so einfach ist, eine Entscheidung zu treffen, ob eine Einbindung in das Landesnetz sinnvoll ist oder nicht. Sehr anschaulich und anhand praktischer Beispiele erklärte er, dass es mehr denn je wichtig ist, sorgfältig abzuwägen und insbesondere Hackerangriffe auf die digitale Infrastruktur, nicht nur von Behörden, zu vermeiden.

 

Dann haben die Landtagsabgeordneten Thomas Hentschel (Grüne), Andreas Deuschle (CDU), Dr. Boris Weirauch (SPD) und Nico Weinmann (FDP) Grußworte für Ihre Fraktionen gehalten und die Bedeutung der Gerichtsvollzieher*innen für den Rechtsstaat hervorgehoben.

 

Vor der Mittagspause wurden Reinhard Roschka und Erwin Motzke auf Grund ihrer jahrzehntelangen Tätigkeiten zu Ehrenmitgliedern des Verbandes ernannt.

 

Nach der Mittagspause fand die Mitgliederversammlung als nichtöffentlicher Teil des Landesverbandstages statt. Dort fanden weitere große Veränderungen statt; wurden doch die turnusmäßigen Wahlen durchgeführt.

 

Der neue Landesvorstand:

v. l. n . r.: Schatzmeisterin Thresa Weiß, Landesvorsitzender Manuel Schunger, stv. Landesvorsitzender Adrian Peschla, Geschäftsführer Fabian Tschürtz.

 

Nach einer Satzungsänderung wurde Rüdiger Majewski zum ersten Ehrenvorsitzenden des Deutschen Gerichtsvollzieher Bundes Landesverband Baden-Württemberg ernannt.

 


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Newsletter 2 - April 2022 - Gerichtsvollzieher aktuell
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Newsletter 1 - Juni 2021 - Gerichtsvollzieher aktuell
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Presseerklärung des DGVB Baden-Württemberg zum Gesundheitsschutz

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Bachelorfeier der ersten 26 Graduierten im bundesweit einzigen Studiengang Gerichtsvollzieher/in (LL.B.) an der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen

 

In einer Feierstunde an der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen hat Baden-Württembergs Minister der Justiz und für Europa Guido Wolf den ersten 26 Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollziehern Deutschlands mit Bachelor-Studienabschluss ihre Abschlusszeugnisse überreicht. Als Reaktion auf die Herausforderungen immer komplexer werdender Vollstreckungsbedingungen hat Baden-Württemberg im Jahr 2016 die Ausbildung der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher auf ein Hochschulstudium umgestellt: An der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen wird daher seit September 2016 der Bachelorstudiengang Gerichtsvollzieher/in (LL.B.) angeboten. 26 Absolventinnen und Absolventen haben diesen Studiengang nun erfolgreich abgeschlossen.

 

Justizminister Guido Wolf sagte in seiner Festrede: „Sie haben 2016 mit Beginn des Studiums als Gerichtsvollzieheranwärterinnen und -anwärter im wunderschönen Schloss Schwetzingen Geschichte für die Justiz in Baden-Württemberg und sogar in ganz Deutschland geschrieben. Sie sind nun bundesweit die ersten Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher im gehobenen Justizdienst, die den Hochschulgrad Bachelor of Laws führen.


Wolf weiter: „Die Aufgaben der Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher und die Anforderungen an sie unterliegen einem grundlegenden Wandel. Inzwischen werden von Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollziehern vertiefte Kenntnisse des materiellen und des Vollstreckungsrechts erwartet. Zugleich brauchen Sie Verhandlungsgeschick, ein schnelles Verständnis für die wirtschaftliche Gesamtsituation des Schuldners und in besonderer Weise auch psychologisches Einfühlungsvermögen. Einem Mehr an Vollstreckungsbefugnissen steht damit auch ein Mehr an Verantwortung gegenüber. Vor diesem Hintergrund haben wir uns entschlossen, diesen gestiegenen Anforderungen Rechnung zu tragen und die Gerichtsvollzieherausbildung in ein Hochschulstudium zu überführen.“


Besonders ehrten Minister Wolf sowie der Rektor der Hochschule für Rechtspflege Schwetzingen, Frank Haarer, und Prorektor Rainer Hock, die Jahrgangsbeste Theresa Badstuber aus Ebersbach-Musbach (Landkreis Ravensburg). Sie erreichte die exzellente Abschlussnote von 11,19 Punkten.

Quellen: Text: Presseerklärung des Ministeriums der Justiz und für Europa Baden-Württemberg vom 05.12.2019

                 Fotos: location-shoot-design.com, Stefan Klübert


Erwin Motzke wurde das Bundesverdienstkreuz verliehen:

 

Das Bild zeigt den geehrten Erwin Motzke (Mitte) zusammen mit Oberbürgermeister Thilo Rentschler (links) und Friedrich Unkel, Präsident des Landgerichts Ellwangen. (Foto: Edwin Hügler)

 

 

Er hat im Beruf Maßstäbe gesetzt

 

 

„Menschen wie Sie braucht unsere Gesellschaft, Menschen, die sich uneigennützig für die Allgemeinheit einsetzen und dies als eine Selbstverständlichkeit ansehen.“ Mit diesen Worten hat Oberbürgermeister Thilo Rentschler am Dienstagabend bei einer Feier im Aalener Rathaus die Verdienste von Obergerichtsvollzieher Erwin Motzke aus Hofherrnweiler gewürdigt und ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande überreicht.

 

Motzke habe sich insbesondere im Gerichtsvollzieherbund über 20 Jahre lang sehr engagiert und dabei die positive Prägung des Berufsbildes und die Nachwuchsgewinnung in den Vordergrund gestellt. Bei seiner Tätigkeit als Gerichtsvollzieher habe er stets Respekt vor den Menschen und Fingerspitzengefühl walten lassen, unterstrich Rentschler.

 

 

Eine weitere Laudatio hielt der Präsident des Landgerichts Ellwangen, Friedrich Unkel. Er erinnerte daran, dass Motzke 1993 zunächst Obmann des Sprengels Ellwangen gewesen und 1996 zum ehrenamtlichen Vorsitzenden des Württembergischen Gerichtsvollzieherbundes gewählt worden sei. „Sie haben Maßstäbe gesetzt und kennen alle Facetten des Geschäfts“, betonte Unkel. Motzke zeichne diplomatisches Geschick, Elan und Ausdauer aus. Auch sei es ihm zu verdanken, dass die Nachwuchsgewinnung forciert worden sei. Als weiteren „Meilenstein“, an dem Motzke maßgebend mitgewirkt habe, bezeichnete Unkel die Einführung des Studiengangs für Gerichtsvollzieher an der Hochschule für Rechtspflege in Schwetzingen. Dieses baden-württembergische Modell sei ein Vorbild für ganz Deutschland. In seiner beruflichen Tätigkeit als Gerichtsvollzieher habe sich Motzke stets von Menschlichkeit leiten lassen.

 

 

„Demut und Dankbarkeit bestimmen heute meine Gefühlslage“, sagte der Geehrte. Er sei dankbar, dass er während seiner langen Tätigkeit ohne größere Blessuren geblieben sei und dass sein ehrenamtliches Engagement eine so große Anerkennung gefunden habe. Die hohe Auszeichnung gelte nicht nur ihm, sondern sei Ausdruck einer guten Teamarbeit. Ein weiterer Dank galt seiner Familie, allen voran seiner Frau Edeltraud. Die Feier wurde von der Lucky Jazz Band mit Karin Ott, Gerhard Ott, Nico Jörg und Bernd Jörg umrahmt.

 

Quelle: Aalener Nachrichten vom 03.07.2019

https://www.schwaebische.de/landkreis/ostalbkreis/aalen_artikel,-er-hat-im-beruf-ma%C3%9Fst%C3%A4be-gesetzt-_arid,11077226.html